Gedichte

Samstag, 19. September 2009

Das neue Gedichtekarussell

Gedichtekarussell-Cover-August-2


Liebe Dichter/innen,


Die 5. Ausgabe des Gedichtekarussells zum Thema " Licht und Schatten" ist nun erhältlich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Insgesamt 53 Dichterinnen und Dichter haben es in diese Ausgabe geschafft. Das neue Heft hat einen Umfang von 60 Seiten. Außerdem befindet sich auf der Rückseite wie schon in den vorigen Heften ein Gedicht eines bekannten Dichters.
Wir wünschen dann viel Spaß beim Lesen und erwarten gern Kritik oder Lob in konstruktiver Form!

Das aktuelle (und die vergangenen) Hefte können hier bestellt werden.

http://www.gedichtekarussell.de/index.php/component/artforms/?formid=2



Wir wünschen viel Freude beim Lesen,
die Redaktion.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Einsamkeit

Rainer Maria Rilke

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.
Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen:
von Ebenen, die fern sind und entlegen,
geht sie zum Himmel, der sie immer hat.
Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstunden,
wenn sie nach Morgen wenden alle Gassen
und wenn die Leiber, welche nichts gefunden,
enttäuscht und traurig von einander lassen;
und wenn die Menschen, die einander hassen,
in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen....

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Freitag, 17. Juli 2009

Licht und Schatten

Perdita Klimeck

Verbiege mich
um deinen Schatten zu entflieh´n.
Die mir das Licht kaum ich´s erreicht,
mit ihrer Eitelkeit vergällen.
Himmelblau sind die Dragees
mit denen ich die Wolken sammle,
um diese Quelle zu bedecken.
Die´s dir erlaubt, die Jäger
genährt an falschen Ammenbrüsten
gnadenlos auf mich zu hetzen.


Wünsch lichtlos mir die Welt
Damit kein Schatten mich berührt.
Werd sterben wohl in diesem Reich
verdorrt der Seele Fleisch
doch ohne Licht.

Dienstag, 7. Juli 2009

Zukunft

Bruno Wille

Zukunft ist ein Würfelbecher,
Der ein Würfelpaar bedeckt.
Längst gefallen sind die Würfel;
Doch der Wurf ist noch versteckt.

Zukunft ist ein Würfelbecher:
Längst gefallen ist dein Loos. –
Darum blicke auf den Becher
Ohne Furcht – und hoffnungslos.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Montag, 6. Juli 2009

Weitblick

Reiner Kranz

den Mond
möchte ich schauen
für dich

an dem Morgen
an dem er
nicht zu sehen ist

sehe ich
doch dich
jeden Morgen

an dem du
nicht zu sehen bist




aus dem Gedichtband " Deine Stimme hing in den Bäumen "

http://www.engelsdorfer-verlag.de/

Dienstag, 30. Juni 2009

Damals

Leon Vandersee

Weißt du es noch? Ich hab es einst gesungen,
ein kleines Lied, süß und von Tränen schwer --
es war dir damals tief ins Herz gedrungen,
seltsam, nicht wahr -- ich find das Lied nicht mehr.

Komm, hilf mir suchen -- neig dich zu mir nieder,
vielleicht erwacht der alte Sehnsuchtsklang? --
Du lächelst trüb: Ach, ein verlorner Klang,
mein armes Kind -- wir finden ihn nicht wieder . . .

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Dienstag, 23. Juni 2009

Der Himmel

Paul Heyse


Der Himmel hat keine Sterne so klar,
Das Meer so keine Korallen,
Wie mir ein Menschenaugenpaar
Und Menschenlippen gefallen.

Er wandert unter den Sternen dahin,
Er wandert über die Meere,
Er geht mir immer nur durch den Sinn,
Dem ich zu eigen gehöre.


Quelle: http://gedichte.xbib.de

Donnerstag, 4. Juni 2009

Im Garten der Kindheit

Renate Buddensiek

Es wispern die Bäume im Garten
aus längst vergangener Zeit
Geschichten, die sie bewahrten
im Buch der Vergangenheit.

Sie flüstern von kindlichen Spielen,
Geburtstag und fröhlichem Fest,
von lustigen Streichen und vielen
Verstecken in Busch und Geäst.

Mit Wehmut vernehm' ich das Rauschen
der wehenden Zweige im Wind
und meine, den Stimmen zu lauschen
der Eltern, die lang nicht mehr sind.

Die Winde durchblättern die Seiten
im Buch von der Kinderzeit Glück.
Ich denk an die früheren Zeiten
mit Sehnsucht im Herzen zurück.


Aus der Ausgabe Mai 2009 " Erwacht aus einem Traum "

Renate Buddensiek ist auch zu finden unter,

http://www.literaturkreis-era.de

Montag, 25. Mai 2009

Natur ist glücklich

Rainer Maria Rilke

Natur ist glücklich. Doch in uns begegnen
sich zuviel Kräfte, die sich wirr bestreiten:
wer hat ein Frühjahr innen zu bereiten?
Wer weiß zu scheinen? Wer vermag zu regnen?

Wem geht ein Wind durchs Herz, unwidersprechlich?
Wer faßt in sich der Vogelflüge Raum?
Wer ist zugleich so biegsam und gebrechlich
wie jeder Zweig an einem jeden Baum?

Wer stürzt wie Wasser über seine Neigung
ins unbekannte Glück so rein, so reg?
Und wer nimmt still und ohne Stolz die Steigung
und hält sich oben wie ein Wiesenweg?

Quelle: http://gedichte.xbib.de

Mittwoch, 20. Mai 2009

Der Schrei

Gustav Sack

Aus dieser steingewordenen Not,
aus dieser Wut nach Brunst und Brot,

aus dieser lauten Totenstadt,
die sich mir aufgelagert hat

härter als Erz, schwerer als Blei,
steigt meine Sehnsucht wie ein Schrei

quellend empor nach Meeren und Weiten
und ungeheuren Einsamkeiten,

aus all dem Staub und Schmutz und Gewimmel
nach einem grenzenlosen Himmel.

Quelle: http://gedichte.xbib.de

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